Projektlaufzeit
01.03.2026 - 31.12.2028
Kurzbeschreibung
Phosphor ist ein essenzieller Pflanzennährstoff und damit unverzichtbar für die landwirtschaftliche Produktion. Gleichzeitig sind die weltweit verfügbaren Phosphorressourcen begrenzt und ihre Gewinnung mit hohen ökologischen und geopolitischen Herausforderungen verbunden. Besonders im ökologischen Landbau stellt die Versorgung mit Phosphor eine zentrale Herausforderung dar. Vor allem vieharme und viehlose Ackerbaubetriebe weisen häufig negative Phosphorbilanzen auf, da mit den erzeugten Lebensmitteln kontinuierlich Nährstoffe aus den landwirtschaftlichen Systemen abgeführt werden.
Das Verbundprojekt PHÖNIX – Phosphor-Recyclingdüngemittel im Ökologischen Landbau: Nachhaltige Integration und Kreislaufwirtschaft mit P-XTRACT untersucht neue Möglichkeiten, Phosphor aus Klärschlammaschen zurückzugewinnen und als Recyclingdünger für den ökologischen Landbau nutzbar zu machen. Ziel ist es, Nährstoffkreisläufe zwischen Stadt und Land zu schließen und langfristig zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit ökologischer Anbausysteme beizutragen.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen Klärschlammaschen aus der Phosphorrückgewinnung. Diese enthalten erhebliche Mengen an Phosphor, der jedoch häufig nur eingeschränkt pflanzenverfügbar ist. Aufbauend auf den Erfahrungen des Pilotprojekts P-XTRACT werden verschiedene Verfahren untersucht, um die Pflanzenverfügbarkeit des enthaltenen Phosphors zu verbessern. Neben additivierten Aschen werden auch alternative Behandlungsverfahren für nicht-additivierte Klärschlammaschen betrachtet, die mit den Prinzipien des ökologischen Landbaus vereinbar sind.
Die Untersuchungen umfassen chemisch-analytische Arbeiten sowie Gefäß- und Feldversuche. Dabei werden die Düngewirkung der verschiedenen Recyclingdünger, ihre Phosphorverfügbarkeit für Pflanzen und mögliche Umweltwirkungen bewertet. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Aussagen darüber zu treffen, unter welchen Bedingungen diese Materialien einen Beitrag zur nachhaltigen Phosphorversorgung leisten können.
Neben den naturwissenschaftlichen Fragestellungen untersucht PHÖNIX auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Recyclingdüngern. Hierzu werden Einstellungen, Erwartungen und mögliche Vorbehalte von Landwirtinnen und Landwirten sowie Konsumentinnen und Konsumenten analysiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zukünftige Kommunikations- und Implementierungsstrategien für Recyclingdünger im Ökolandbau zu entwickeln.
PHÖNIX wird gemeinsam von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Hohenheim durchgeführt. Die Universität Freiburg bringt ihre Expertise in den Bereichen chemische Analytik, Materialcharakterisierung und Nährstoffkreisläufe ein. Die Universität Hohenheim verantwortet die Feldversuche im ökologischen Landbau sowie die sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Akzeptanz von Recyclingdüngern.
Mit seinem interdisziplinären Ansatz leistet PHÖNIX einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, zur Ressourcenschonung und zur Weiterentwicklung nachhaltiger Düngestrategien im ökologischen Landbau.