Projektlaufzeit
01.03.2026 - 28.02.2029
Kurzbeschreibung
Das beantragte Verbundvorhaben verfolgt das Ziel, ein innovatives und praxistaugliches Gesamtkonzept für den nachhaltigen Pflanzenschutz in der ökologischen Erdbeerjungpflanzenproduktion zu entwickeln, zu erproben und anwendbar zu machen. Im Zentrum steht die Integration moderner, KI-gestützter digitaler Bildverarbeitung – etwa durch automatisierte, multispektrale und RGB-basierte Analysen mittels Drohne und Kamerasystem – mit neuartigen biologischen Pflanzenschutzstrategien auf Basis ausgewählter BCAs. Dadurch sollen boden- und luftbürtige Schaderreger wie Botrytis cinerea, Phytophthora spp. und Neopestalotiopsis spp. wirksam, ressourcenschonend und umweltverträglich kontrolliert werden. In mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitspaketen erfolgt zunächst die kontinuierliche Erhebung standardisierter Bilddaten von Erdbeerjungpflanzen auf Demonstrationsflächen der Praxispartner sowie unter kontrollierten Bedingungen an der Universität Hohenheim. Diese Bilddaten werden mittels moderner Deep-Learning-Modelle, die speziell auf die Jungpflanzenproduktion trainiert und validiert werden, automatisiert ausgewertet. So können Krankheits- und Stresssymptome objektiv, frühzeitig und großflächig detektiert werden. Parallel werden im Labor und im Gewächshaus leistungsfähige BCAs identifiziert, die gezielt gegen die relevanten Pathogene wirken. Diese werden, auch in Kombination mit reduzierten Kupfermengen, im Hinblick auf Antagonismus, pflanzenstärkende und abwehrinduzierende Effekte sowie Praxistauglichkeit umfassend charakterisiert. Im nächsten Schritt erfolgt die Weiterentwicklung der erfolgversprechenden Stämme zu stabilen, lager- und applikationsfreundlichen Formulierungen, deren Herstellung im Technikumsmaßstab mittels Bioreaktor und Pilotproduktion erfolgt. In großflächigen Feldversuchen auf Demonstrationsbetrieben der Unternehmenspartner und der Universität Hohenheim werden die digitalen Monitoringverfahren sowie die kombinierten biologisch-chemischen Kontrollelemente unter realen Produktionsbedingungen getestet, wirtschaftlich und ökologisch bewertet und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit optimiert. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Wissenstransfer durch zielgruppengerechte Schulungs- und Beratungsangebote für Betriebsleiter, Berater und weitere landwirtschaftliche Akteure, um die Akzeptanz und Verbreitung der Innovationen zu fördern. Das Projekt verbindet neueste Forschung aus den Bereichen KI, Sensorik, Biotechnologie und Ökologie mit gezieltem Praxistransfer. Die erarbeiteten Lösungen bieten ein hohes Potential für die chemiereduzierte, resiliente Sonderkulturerzeugung im Zeitalter des digitalen und biologisierten Landbaus und sind auf weitere Kulturen und Regionen übertragbar. So leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Förderung nachhaltiger, klimaangepasster und gesellschaftlich akzeptierter Produktionssysteme.